The Ghan, The Alice, The Rock, The Olgas, The King

2 06 2010

Das letzte Wochenende habe ich im Outback verbracht. Wie mir schon viele Leute unterwegs versprochen haben, habe ich dort „the real Australia“ gesehen. Aber lasst mich mal alles von  vorne erzählen:

Am Mittwoch fuhr ich mit dem „The Ghan“ Zug von Darwin nach Alice Springs. Eigentlich ging die Fahrt ca. 1 Tag, aber da der Zug nach ca. 5 Stunden Fahrt in der Ortschaft Katherine einen 4-stündingen Zwischenstopp für Touren zum Katherine River einlegt, relativiert sich das ein wenig. Weil, wenn man dann wieder von dieser Tour zurück kommt (übrigens habe ich an diesem River zwei Wallabies und eine Schlange gesehen… wilde, versteht sich) isst man Znacht und danach legt man sich gelegentlich mal schlafen. Und am Morgen um 10 Uhr ist man ja schon in Alice.

Ich hatte noch eine lustige Begegnung im Ghan: Als ich in den Zug einstieg und meinen mir zugeteilten Sitzplatz suchte, habe ich gemerkt, dass ich wieder neben genau derselben jungen Frau sitze, die schon neben mir im Flugzeug von Cairns nach Darwin sass. Und als wir dann so miteinander über unsere Reise und die weiteren Pläne gesprochen haben, fanden wir heraus, dass wir auch in Alice im selben Hostel wohnen und dieselbe 3-Tages-Tour ins Outback machen. Sie kommt aus Teneriffa und hat diesen lustigen spanischen Akzent. Das war witzig! Die Zugfahrt war übrigens sehr angenehm, man hat genügend Beinfreiheit (mein grosser Bruder würde sagen, es sei „Erwachsenen-Gerecht“) und das Bahn-Restaurant ist nicht so teuer. Und man wird am Morgen von einem waaaaahnsinnig schönen Sonnenaufgang geweckt!

Alice Springs ist ja der Ausgangspunkt um zum Uluru (Ayers Rock) etc. zu gelangen. Deshalb sind eigentlich auch alle Leute, die man dort in den Hostels trifft, entweder am Kommen oder Gehen von dort. Ich habe mir am Donnerstag Alice auch noch angeschaut, aber nach ein paar wenigen Stunden hatte ich eigentlich gesehen, was man sehen muss. Eine schöne Aussicht über das Städtli hat man vom ANZAC-Hill, den man leicht besteigen kann (Reisebusse fahren auch hoch…)

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Aussicht auf Alice vom ANZAC-Hill

Vom Freitag bis Sonntag war ich also auf der Tour zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Australien. Ich war in einer Gruppe mit 24 Leuten, vorwiegend Frauen und die meisten davon auch alleine am Reisen. Es waren tolle und interessante Leute dabei und ich habe gute Bekanntschaften gemacht. Unser Tour-Guide war eine junge Frau, die uns einiges über die Aborigenies und die spirituellen Zwecke der jeweiligen Stätten für die Ureinwohner erklärt hat.

Am ersten Tag fuhren wir ca. 4h zum Kata Tjuta (englischer Name: The Olgas), was in der Aborigenie-Sprache „viele Köpfe“ bedeutet. Das sind riesige runde Felsköpfe, die aus dem Boden ragen. Ich war sehr beeindruckt davon, weil ich mir diese Köpfe viel kleiner vorgestellt habe, als ich im Reise-Führer ein Foto davon gesehen habe. Dort sind wir rumgewandert und unser Guide hat uns erklärt, wie die Kata Tjutas und der Uluru entstanden sind.

Am Abend haben wir dann am Uluru (englischer Name: Ayers Rock) den Sonnenuntergang angeschaut, oder besser gesagt, die Farbveränderung am Uluru, wenn die Sonne untergeht. Übernachtet haben wir unter freiem Himmel in sogenannten „Swags“, das sind wasserdichte Matratzen-Säcke, in die man mit dem Schlafsack reinschlüpft und dann ganz zugedeckt ist. Es war seeeehr kalt!! Hier ist ja jetzt Winter und solange halt die Sonne nicht scheint, wirds so um die 7Grad… Aber es war gemütlich, es kam so eine Lagerstimmung auf mit Lagerfeuer etc.

Am zweiten Tag haben wir auch noch den Sonnenaufgang, oder eben auch die Farbveränderung am Uluru wenn die Sonne aufgeht, angeschaut. Danach konnten wir entweder um den Uluru herumlaufen (Base Walk) oder hochklettern. Da die Aborigenies die Besucher jedoch bitten nicht hochzuklettern und auch aus gesundheitlichen Gründen davon abraten, habe ich natürlich den Base Walk gemacht. Dieser Base Walk dauerte ca. 2h und war zauberhaft. 🙂 Wenn man den Uluru so Nahe anschauen kann, sieht man wie uneben die Obefläche eigentlich ist und dass er von Nahem eigentlich ganz anders aussieht, als man sich das aus der Weite vorstellen kann. Was auch eindrücklich ist, ist die weite Landschaft, die sich darum herum befindet. Vom Uluru aus sieht man z.b. die Kata Tjuta, obwohl sie ca. 40 km. davon entfernt liegen. Auch erscheinen der Uluru oder die Kata Tjuta aus so weiter Distanz gesehen eher wie „Fata Morganas“.

Später am Nachmittag fuhren wir die 4h zum Kings Canyon. Dort verbrachen wir dann die zweite Nacht, gütigerweise in Zelt-Hütten, was jedoch nicht besonders wärmer war…

Am dritten Tag machten wir dann eine 3,5h Wanderung im Kings Canyon, was mir eigentlich am Besten gefallen hat. Dieser Canyon ist sehr eindrücklich! Wie alles hier im Outback ist der Boden, Steine und Felsen rot. Das kommt daher, weil es im Westen Australiens viel Eisen hat, der mit dem Westwind in die Mitte geweht wird. Da dort die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist, rostet das Eisen und daher ist in der Mitte alles rost-rot.

Danach gings wieder zurück nach Alice, mit einer 5stündigen Fahrt. Es war gigantisch, ich hatte viel Spass in diesen drei Tagen und Entfernungen relativieren sich mit so einer Tour total. (Wie weit kommen wir, wenn wir von der Schweiz 5h Auto fahren? Wie oft machen wir das schon?)…

Man bekommt hier auch nie genug von der eigentlich öden Wüstenlandschaft. Weil die Natur mit ihren Farben Kontraste setzt (rote Erde, grünes Gras und Büsche, blauer Himmel und weisse Wolken) woran man sich gar nicht satt sehen kann. Auch ist es spannend die Umgebung zu beobachten, weil immer die Möglichkeit besteht, wilde Tiere zu sehen (ich habe Kühe, Pferde, Adler und Kamele gesehen. Übrigens gibt es nur in Australien wilde Kamele!).

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Am ersten Tag hatten wir auch die Möglichkeit, auf einem Kamel zu reiten, das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

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vor den Kata Tjutas

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Uluru vor Sonnenuntergang

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Uluru aus der Nähe

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Am Kings Canyon

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auch Kings Canyon

Mittlerweilen bin ich nach einer 20stündigen Busfahrt in Adelaide ganz im Süden unten angekommen. Hier ist es jetzt Winter, für unsere Verhältnisse jedoch eher herbstliche Temperaturen.

Nun sind meine Tage in Australien auch schon wieder gezählt… bin nur noch gut 10 Tage hier! Time is running……



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3 Antworten zu “The Ghan, The Alice, The Rock, The Olgas, The King”

  • Astrid sagt:

    also ich war letzten sonntag 3 unterwegs (mit Pausen, versteht sich!) und war dann in freiburg im breisgau (an einem stoffmarkt, da du mir ja nichts mitbringst!)

    übrigens, um kühe zu sehen, hättest du nicht extra nach australien reisen müssen….
    aber selbstverständlich bin ich tief beeindruckt von deinen erlebnissen und erzählungen. aber anders als mutti wünsche ich mir nicht, dass alles auch live zu sehen. durch deine schilderungen habe ich jeweils das gefühl, dort gewesen zu sein!

  • sepp sagt:

    Saletti
    Da wär ich jetzt auch mitgekommen ins Outback, wenn ich gerade in der Nähe gewesen wäre!:) Hast Du auch die grossen Roadtrains gesehen, die Camions mit weiss-der-Gugger wievielen Anhängern und dem schweren Kuhfänger vor der Haube? Heute habe ich etwas von wilden Büffelherden gelesen, welche im Norden Australiens vorkommen sollen. Weisst Du über diese auch etwas zu berichten? Und was ist mit den Känguruhs? Gibts die wirklich?
    Gruss Sepp

  • madluina sagt:

    jetz chani wenigschtens d’ziit i de schuäl nitzlich nitzä und diä niwschtä news vo diär läsä :). kuuli fotäli und ganz kuulä trip vo dui da gmacht hesch! jetz chemr de allig ai schnäll firnes weekend 5 std. aitofahrä…das is ja nix!
    hab disch lieb! take care and enjoy!

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