Malaysia, Malaysia

28 07 2010

In Malaysia ist einiges ganz anders.

Zwar mussten wir zum Glück nicht schon wieder eine neue Sprache erlernen, weil sowohl in Indonesien wie auch hier wird Bahasa gesprochen, einfach mit kleinen Dialektunterschieden. Somit können wir uns auch hier weiterhin mit unseren Sprachkenntnissen durchschlagen (dass sich diese auf „Terima Khasi“ beschränken, was „Vielen Dank“ bedeutet, muss ich nicht unbedingt erwähnen.) 🙂
Glücklicherweise kommt man überall mit Englisch recht gut durch, allerdings hier noch besser als in Indonesien (in Indonesien galt scheinbar das Gesetz, wenn der Indonesier etwas nicht verstehen will, versteht er es nicht, auch wenn er es verstehen würde).

Aber zurück zu den Unterschieden.
Dass in Malaysia 53% der Einwohner zum Islam gehören, haben wir bevor wir hierher kamen nur so kurz im Reiseführer überflogen und dachten uns jaja, so schlimm wirds wohl nicht sein, ist ja doch nur die Hälfte.
Hmpf.
Meine neue Definition vom Islam ist: Ich werde mit Blicken durchlöchert. Und wir müssen elendlich verdursten.

Wie mir Simon erzählt hat, sind in Europa im Moment Diskussionen über Burka-Verbote im Gange. Ich meinerseits bin ja froh, dass die hier keine Burka-Pflicht haben. Weil bei der Hitze (30-40Grad) so einen dicken schwarzen Ganz-Körperschleier zu tragen…. ich glaube, ich würde verschmelzen.
Und die trinken ja auch alle keinen Alkohol… Im Moment könnte man schon fast meinen, wir seien Alkis, weil wir seit zwei Tagen ständig auf der Suche sind nach einem Bier… Was löscht den Durst besser als ein eiskaltes Bier an so einem schwülheissen Tag? Äbä.

Wenn ich schon am Jammern bin, dann noch dies: In Indonesien haben wir seeeehr viel Reis und Nüdeli gegessen. Zu viel. Vorallem auf unserer super Boots-Tour, da haben wir so richtig genug davon bekommen. Seither vermeiden wir diese typischen hiesigen Gerichte (z.b. Nasi und Mie Goreng) wenn möglich.

Nun ist es ja so, dass in Malaysia einige Millionen Chinesen leben. Jeder Zweite von denen führt ein Restaurant (und der andere ein Lebensmittelgeschäft). Die chinesischen Restaurants sind also praktisch die einzigen, die man wirklich überall findet. Der Kenner weiss, zu chinesischem Essen isst man Reis, und der aufmerksame Leser merkt nun, dass wir nun oft auch auf der Suche nach einem nicht-chinesischem Restaurant sind. Nicht nur der Reis und die Nüdeli lassen mich davonlaufen, auch hatte ich bisher jeweils das Gefühl, wenn ich einen Teller mit chinesischem Essen vor mir hatte (mit Fisch, Chicken oder was auch immer), das sei Hund oder Katz. Und solche Gedanken verderben mir den Appetitt (die vielen wilden Katzen mit den verstummelten Schwänzen, die überall rumstreunen, machen das Ganze auch nicht besser).
Glücklicherweise findet man hier in Malaysia in jedem Kaff mindestens einen KFC (Kentucky Fried Chicken). Und in jedem grösseren Ort einen McDonalds. Und in jedem grösseren Einkaufscentrum einen Starbucks. Und Glücklicherweise zeigt uns das gute GPS-Navi auch jeweils treuherzig den kürzesten Weg dorthin. 🙂

So, fertig gejammert, nun noch zu unserer bisherigen Entdeckungs-Tour durch malaisches Territorium.

Gestartet sind wir in Kuala Lumpur (im Volks-Släng spricht man nur von KL), wo wir unser ganzes Zeug in einen schönen Mietwagen (Ford Focus) geworfen haben und mir das Navi sogleich die undankbare Aufgabe des Kartenlesens abgenommen hat. Es hat uns gut und sicher durch the big city KL geführt (wir konnten sogar noch ein paar Blicke auf die weltgrössten Zwillingstürme, Petronas-Towers, werfen und sind dann grad oberhalb der Stadt eine Hindu-Schreine anschauen gegangen. Die heisst „Batu Caves“ und ist eine grosse goldige Statue, direkt vor dem grössten auf asiatischem Boden stehenden Kalkfelsen. Man konnte auch die vielen Treppenstufen hochlaufen und in den Felsen reingehen, dort wimmelte es nur so von kleinen Äffli, die sämtlichen Abfall durchschnoisen und wahnsinnig frech sind.

Wir fuhren weiter richtung Norden, in die Berge. Cameron Highlands hiess unser Ziel und wir hatten fast einen Kälte-Schock, weil 20Grad, sowas kennen wir ja schon fast nicht mehr. Dieses feuchte, kühle Klima ist jedoch gut für Plantagen welcher Art auch immer. Dort sieht man deshalb riesige Flächen mit allerlei Gemüse, Erdbeeri und Tee. Wir konnten es natürlich nicht lassen und pflückten in einer dieser Erdbeeri-Plantagen ein paar rote Früchtchen. Wie es in Asien halt ist, gabs natürlich an jeder Ecke einen Souvenier-Shop, wo man allen Seich mit Erdbeeri drauf kaufen konnte. Auch fuhren wir dort auf den höchsten mit dem Auto zu befahrenden Berg Malaysias, aber Aussicht würde ich dem nicht sagen, was man von dort aus gesehen hat, ich habe eigentlich nur Wald gesehen. (N.b.: die Wälder bestehen hier aus Mangroven-Bäumen.)

Wir flüchteten mit unserem gutklimatisierten Auto wieder in die Wärme, ans Meer natürlich und fuhren auf die Insel Penang. Diese Insel ist vom Festland aus über eine 13,5km lange Autobahnbrücke zu erreichen (eine der längsten Brücken der Welt). Dort wars ganz schön, wir logierten in einem Hotel am bekanntesten Beach und schlugen uns im Hard Rock Cafe die Bäuche voll (das war grad ächli ein Festschmaus!!). Wir fuhren auch mit unserem Schlitten über die ganze Insel und besichtigten so den „Tropical Spice Garden“, die „Tropical Fruit Farm“ und einen schönen auffälligen Hindu Tempel, wo wir auch gleich gesegnet wurden.

Wir fuhren anschliessend weiter in den Norden und wollten eigentlich noch auf eine andere Insel rüber“fähren“, aber leider hätten wir unser Auto nicht mitnehmen können und so haben wir ganz amerikanisch entschieden: Ohne Auto gehen wir nirgendwo hin.

Deshalb fuhren wir von der Westküste quer durchs Land an die Ostküste und sind nun in Kota Bharu, der Kulturellen-Hauptstadt Malaysias, und logieren am „Pantai Cinta Berahi“, zu deutsch: Strand der leidenschaftlichen Liebe. 🙂

In diesem Teil des Landes werden zwar praktisch keine Burkas mehr getragen, dafür tragen alle alle alle Frauen ein Kopftuch. A L L E ! (Anm. Simon: Alle ausser Annelis und Chinesinnen, da gibts dann auch noch einige).
Und man kann diese Kopftücher auch an allen Märt-Ständen kaufen. (Glaubt mir, ich war schon ein paar Mal kurz davor, so ein lustiges Ding zu kaufen, am liebsten in pink mit ganz vielen glitzernden Steinchen dran.)
Ich finde ja, dass diese Kopftücher für die meist pfuisibäggli runden Frauenköpfe nicht gerade vorteilhaft sind. Eine lustige Frisur würde da viel eher passen. Aber mich fragt ja keiner.

Wie dem auch sei, für uns gilt weiterhin: Malaysiaaa, Malaysiaaa, wenn chemmer endlich wieder äs Biär go haa?
😉

Batu Cave, nördlich von KL

Batu Cave, nördlich von KL

im Erdbeeri-Paradies

im Erdbeeri-Paradies

die Teeplantagen erstrecken sich wie ein grüner Teppich über die Cameron Highlands (Zitat aus dem Reiseführer)

die Teeplantagen erstrecken sich wie ein grüner Teppich über die Cameron Highlands (Zitat aus dem Reiseführer)

Hindu-Tempel auf Penang

Hindu-Tempel auf Penang



von Lombok nach Flores

17 07 2010

Hawaii? Naja.  Phuket? Hmm.  Bali? Oke.  Lombok? Wooow!

Wir sind praktisch verliebt in eine Insel! 🙂 Gleich nach unserer Ankunft mit der Schnellfähre von Bali sind wir mit einem Taxi zum Touristen-Hauptort Sengigi gefahren. Auf dieser 20minütigen Fahrt haben wir nur so gestaunt über die grünen Reisfelder, die Küsten, die Strände, die Aussicht aufs Meer, über einfach alles. Zwischendurch mussen wir den Mund vor lauter Staunen wieder schliessen.

Wir logierten in einem kleinen aber feinen Hotel in Sengigi mit sehr netten Angestellten. Wir waren fünf Tage dort und haben u. a. mit dem Roller die Insel entdeckt und einmal wurden wir auch einen Tag lang von einem Hotelangestellten auf der Insel rumgeführt und bekamen so wahnsinnig Interessante Einblicke in das Leben der Einheimischen.

Lombok wird die „kleine Schwester von Bali“ genannt. Aber unserer Meinung nach hat sie viel mehr zu bieten. Die Einheimischen leben noch in den kleinen Hütten mit Lehmboden, geflochtenen Wänden und Strohdach. Sie führen ihre eine Kuh pro Familie spazieren, es laufen wahnsinnig viele wilde Hühner und Hunde rum, viele halten ein paar Ziegen und die Menschen sind ja soooo unglaublich freundlich! Es hatte wirklich wenig andere Touristen dort und immer wenn uns die Einheimischen zum Beispiel auf dem Roller gesehen haben, strahlten die uns jeweils an (mich jedenfalls, Simon meinte, die würden mich einfach nur auslachen…) Jedenfalls, und das wurde uns auch von den Hotelangestellten bestätigt, haben die Einheimischen einen sehr fröhlichen und aufgestellten Charakter.

Auf unserer Entdeckungsreise über die Insel, waren wir in einer Holzschnitzerei, einer Töpferei, einem Weberei-Dorf, einer Batik-Malerei und einem original Lombok-Dorf. Die Arbeiten wurden übrigens nur von den sehr begabten Frauen verrichtet, die Männer sind dort nur zuständig für den Verkauf der Produkte. Jede Frau erlernt ihre Handarbeit von ihrer Mutter und Grossmutter, sie wird also in die Zunft „reingeboren“ und gibt sie später ihren Töchtern weiter. Eine Frau ist dort nur heiratsfähig, wenn sie eine Handarbeit beherrscht. Männer, die eine dieser Handarbeiten erlernen, gelten als zeugungsunfähig und können nicht heiraten.

Die hergestellten Produkte sind sehr schön und wir konnten uns nicht davon abhalten, praktisch überall ein paar Souveniers zu kaufen. Ich konnte mich übrigens auch noch in einen solchen Web-Rahmen einspannen lassen (da wird man wirklich eingespannt, sonst funktioniert das ganze Gerät nicht) und konnte unter der Anleitung einer Weberin und unter den Augen von mind. 4 Frauen und 6 Kindern eine Linie weben. Folglich bin ich jetzt ja heiratsfähig. Glück gha! 😉

Mit dem Roller sind wir auch wieder mal durch einen Affen-Wald gefahren (Affen sind ja schon seeeeeehr freche Tiere). Wir fuhren durch das Hinterland, durch Dörfer wo wirklich weit und breit keine Touristen waren und somit total authentisch waren. Das war für uns auch das spezielle an der Insel: Man kann zwar in Hotels mit dem üblichen Standard (sprich: mit westlichen Toiletten) wohnen, aber man muss nicht weit fahren, um das „echte“ Landleben zu sehen. So sahen wir viele Leute bei der Arbeit auf den Reisfeldern oder der Soyaernte. Auf Lombok wird auch der Wasser-Spinat häufig angebaut und ist oft auf den Speise-Karten zu finden.

Wir hatten zwar immer sehr gutes Wetter, wurden allerdings während einer Roller-Fahrt von einem sehr starken einstündigen Regenschauer überrascht und mussten in einem kleinen Unterstand mit ein paar Einheimischen warten, bis der Regen wieder vorüber war. Zwei Kilometer weiter hatte es keinen Tropfen geregnet.

Handgefertigte Holzprodukte mit typischen Lombok Verzierungen

Handgefertigte Holzprodukte mit typischen Lombok Verzierungen

Batik-Bild in der Herstellung

Batik-Bild in der Herstellung

Ich in der Weber-Lehre

Ich in der Weber-Lehre

Wir in original Lombok-Tracht mit Sarongs, die Vorort hergestellt wurden

Wir in original Lombok-Tracht mit Sarongs, die Vorort hergestellt wurden

Simons neuestes Leibgericht: Wasserspinat.

Simons neuestes Leibgericht: Wasserspinat.

typische Lombok Kuh. Sieht aus wie eine Kreuzung zwischen Geiss und Kuh, mit weissem Füdli.

typische Lombok Kuh. Sieht aus wie eine Kreuzung zwischen Geiss und Kuh, mit weissem Füdli.

Simon mit seinen neuen Freunden. Er wurde grad als Fussball- und oder Baseballtrainer dort behalten. (Zugegeben, ich musste noch etwas weniges dafür bezahlen, damit sie ihn behalten haben.)

Simon mit seinen neuen Freunden. Er wurde grad als Fussball- und oder Baseballtrainer dort behalten. (Zugegeben, ich musste noch etwas weniges dafür bezahlen, damit sie ihn behalten haben.)

Soya-Transport

Soya-Transport

Regenpfütze die entstand, als wir uns in einem Unterstand vor dem Regenschauer versteckt haben

Regenpfütze die entstand, als wir uns in einem Unterstand vor dem Regenschauer versteckt haben

Abenteuerliche Boots-Tour

Ist man auf einer Reise, sucht man ja auch das Abenteuer. Und wo könnte man dies im Land mit den meisten Inseln sonst suchen, als auf dem Meer. Folglich haben wir letzte Woche während 4 Tagen (3 Nächte) eine Boots-Tour von Lombok nach Flores gemacht. Diese Tour war schon eine spezielle Erfahrung. Wir waren 18 Passagiere aus dem Welschland, Deutschland, Holland, Schottland, Dänemark und Californien. Bis auf drei junge Frauen waren alle Päärchen. Es waren auch 5 Crew-Mitglieder auf dem Boot, die noch weniger Platz zum schlafen und sich bewegen hatten, als wir. Wir haben uns auf dem Oberdeck in einem Massenlager zum Schlafen zusammen gepfercht, meistens jedoch hat man sich auf dem Unterdeck rumgetrieben um zu sünnelen, zu lesen, zu reden, zu essen oder zu dösen. Eigentlich waren es eine sehr erholsame Fahrt, jedoch lernten wir zu verzichten. Auf Privatsphäre, Platz, Hygiene, sauberes Geschirr, Ruhe während der Fahrt (der Motor war wahnsinnig laut), während zwei Nächten auf Schlaf (wenn wir während der Nacht fuhren -> lauter Motor) und vorallem auf ein anständiges WC. Dieses war nämlich nur ein einquadratmeter grosses Kämmerli, mit einem Loch im Boden, durch das man direkt ins Meer sehen konnte und man sich eine gute Taktik zum Treffen überlegen musste, wenn mans sich nicht den ganzen Tag „verheben“ wollte. Und: man wurde von einer ekligen Kakerlake beim „Geschäfte machen“ beobachtet. Wie ihr wohl merkt, es war nicht so angenehm und wir alle vermieden den Besuch dieses Örtchen so lange wies nur ging.

Die zweite Nacht war wirklich ein Abenteuer, weil wir eben die ganze Nacht durch gefahren sind und es sehr fest gewindet hat, folglich hatte unser Klapperschiff mit grossen Wellen zu kämpfen. Unser vertrauen an die Sicherheit des Schiffes und in die Fähigkeiten der Matrosen hat sich recht schnell verflüchtigt, als wir entweder krampfhaft versucht haben, sich in den Schlaf schütteln zu lassen (was fast unmöglich war, weil: lauter Motor) oder man wie Simon, zwei Crew-Mitglieder beobachten musste, die eine sich verselbständigte Blache versuchten wieder am Masten zu befestigen. Ohne Licht. Und es war ja sowas von stockdunkel, ohne Mondlicht und nichts. Diese Nacht war wirklich der Horror und am nächsten Morgen teilten wir alle unseren schlimmsten Befürchtungen und Eindrücke, die wir während einer schlaflosen Nacht erlebt haben, miteinander. Weil, wir hatten ja weder eine seriöse Sicherheitseinführung, noch einen Leader, der einigermassen gut Englisch konnte, noch wusste keiner von uns, wo denn eigentlich Sicherheitswesten wären, resp. ob es überhaupt hat. Glücklicherweise haben wirs ja überlebt. (Ob ich allerdings wiedermal so eine lange Boots-Tour machen will, sei mal so dahin gestellt….)

Natürlich haben wir auch kuule Sachen erlebt. So haben wir ein paar Inseln unterwegs besichtigt, wo wir in einem Wasserfall duschten , in einem Salz-See schwammen, einen Berg mit einer wahnsinns Aussicht auf das Meer und die umliegenden Inseln besgtiegen und zum Schluss die eigentliche Attraktion des östlichen Indonesiens: die Komodo-Drachen anschauen. Diese werden auch Warrane genannt und sehen eigentlich weniger wie Drachen aus, eher wie Riesen-Eidechsen. Sie gelten als einzigen noch lebenden direkten Nachkommen der Dinosaurier. Wir waren auf zwei Inseln, wos jeweils einen National-Park mit freilaufenden Warranen, Büffel, Hirsche, Wildschweinen, Affen etc. hatte und wir haben auch alle diese Tiere gesehen. Ich war auch noch Zeuge einer eher seltenen Darbietung: Zwei Warrane beim Kämpfen! Das war der wahnsinn. Leider hatte ich ausgerechnet dann keinen Fotoapparat dabei…

Am Donnerstag sind wir dann mit dem Boot in Labuan Bajo auf der Insel Flores angekommen. Weil wir hier nun bemerkt haben, dass es schwieriger ist, auf der Insel herumzureisen, als uns gesagt wurde, haben wir entschieden die nächsten vier Tage hier relaxed anzugehen, in einem Luxus-Hotel zu logieren und uns auf unsere Malaysia-Reise vorzubereiten. Natürlich wollen wir mit Tagestouren schon noch was von der Insel sehen. Vergeben sind wir ja schon nicht hier.

Falls es jemanden interessieren sollte, obs uns denn nie langweilig wird, den muss ich enttäuschen. Nein. Weil, wir sind ja fast süchtig nach unserem lieblings Karten-Spiel, „Tschau Sepp“. (Falls sich jetzt noch jemand fragen sollte, wer denn schon seit längerem in deutlicher Führung liegt: selbstverständlich ich.) 🙂

Aussicht vom Berg auf der Insel Gili Laba

Aussicht vom Berg auf der Insel Gili Laba

Ein Komodo-Dragon, oder auch Warran genannt

Ein Komodo-Dragon, oder auch Warran genannt

Unser Nachtlager auf dem Oberdeck

Unser Nachtlager auf dem Oberdeck

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Paradiesische Inseln

7 07 2010

Ich und der weis(s)e Mann (oder Rothaut oder „Reetschäli“, wie ich ihn im Moment auch zu nennen pflege) wir sind ja jetzt seit gut zwei Wochen endlich wieder vereint.

Gestartet haben wir unsere gemeinsamen Ferien in einem riesen Hotel in Jakarta, wos einen Swimming-Pool, Restaurant und Bar und alles drum und dran hatte. Natürlich haben die vielen, vorwiegend muslimischen, Familien mit furchtbar vielen Kindern nicht gefehlt. (btw: In Jakarta ist ein sehr grosser Anteil der Bevölkerung muslimisch.) Ich kam mir ja schon recht komisch vor, als einzige Frau weit und breit ohne Kopftuch. Oder dass ich im Swimming-Pool die einzige Frau war, die nicht einen ganzkörper Badeanzug trug. Da ist man ganz plötzlich recht „anders“.

Ganz zu Beginn haben wir ja noch die dämlichsten Touristen-Alpträume erlebt: Von einem bösen Taxifahrer reingelegt worden (ich), auf Gepäck ganze drei Tage warten dürfen (Simon), morgens am Bahnhof stehen und erfahren, dass der Zug in die gewünschte Richtung erst Abends um neun fährt und schon ausverkauft ist (beide). Bei den ersten beiden Problemen galt, tief durch zu atmen und sich nicht zu fest aufzuregen und beim letzteren: Ein Taxi zum Flughafen zu nehmen und vorort Tickets für einen Flug am Nachmittag in die gewünschte Richtung zu kaufen. Ist ja schliesslich auch ein Erlebnis.

Wir flogen also von Jakarta nach Yogyakarta, diese Stadt ist bekannt als die kulturelle Hauptstadt von Indonesien. Unterschreiben würden wir dies beide nicht, weil vor lauter Autos, Roller, Menschen, Gehupe, kleinen Geschäften und dreckigen Strassen ohne Troittoirs konnten wir nicht viel davon erkennen. Wir machten einen Ausflug an den Fuss des Vulkans und genossen die Aussicht auf nichts, weil er gerade von einer grossen Rauchwolke umgeben war. Jedoch bekamen wir dabei einen ersten Einblick in die ländliche Gegend und die ist schon total unterschiedlich zu den Städten. Viel grün, viele Reisfelder, die Menschen wohnen in kleinen Hütten mit Strohdächern. Sie tragen „Burdinen“ mit frischen Gras umher, überhaupt, sie tragen alles selber, jenachdem auf dem Rücken, Kopf oder ihren Rollern, man sieht hier keine landwirtschaftlichen Maschinen. Ausserdem waren wir noch im Monkey-Forest (Affen-Wald) wo wir sehr viele wilde Äffli gesehen haben, die man füttern konnte. Wenn dann so ein dummer Mensch auf die dämliche Idee kam, so ein süsses Äffli anfassen zu wollen, hat man scharfe Zähne zu sehen bekommen. (Wieso ich das weiss?? Pfff…. Nur so…).

Wir hatten genug von den Grossstädten und wollten endlich los, auf unsere Inselreise durch Indonesien. So flogen wir nach Bali, der gutbekannten Ferieninsel. Dort war es ja schon sehr traumhaft. Wir haben immer in sehr guten Hotels logiert, die wir zum Teil auch nach den Tipps aus dem Reiseführer ausgesucht haben. Man findet in jeder Preisklasse sehr gute Hotels an bester Lage und nachdem sich meine Ansprüche an eine Unterkunft wieder etwas erhöht, resp. an Simons angepasst haben (bisher war ich gewöhnt möglichst günstig zu wohnen und habe eigentlich immer mein Zimmer und das Bad mit anderen Leuten geteilt), ist es auch nicht mehr ganz so schlimm, wieder etwas mehr für ein Zimmer zu bezahlen. Ich komme mir fast vor wie in der TV-Sendung „Einfach/Luxuriös“, bisher war ich „Einfach“ am Reisen, jetzt bin ich „Luxuriös“ in den Ferien. 🙂

Wir haben auf Bali einmal zwei Roller gemietet, schliesslich musste ich dem Neuankömmling zeigen, dass ich jetzt ein Profi auf diesem Gefährt bin. Während vier Tagen haben wir auch noch ein Auto gemietet und sind damit rumgefahren. Es gienge ja noch, sich ans Fahren auf der anderen Strassenseite zu gewöhnen, wenn dann nicht noch die schmalen Strassen, der Gegenverkehr und die Millionen von Rollerfahrern wären und die Tatsache, dass Indonesier scheinbar ein anderes Gefühl von Abstand haben. Mit anderen Worten: „mä chund schiär Vegel uber!“ hätte man nicht starke Nerven. So wie wir. Meistens. 🙂

Übrigens gibts hier ja praktisch keine Fussgänger. Ausser Nachts. Und dann sieht man die ja nicht. Ausser die Touristen, die sieht man nämlich, weil die Taschenlampen mitführen. Oder vielleicht wars auch deren Sonnenbrand, der so geleuchtet hat (wie bei meinem Herrn Freund (man will ja nicht auf mich hören…)) 🙂

Mittlerweilen sind wir auf der nächsten Insel Lombok mit einer Fähre angekommen. Diese Insel ist noch besser! Mehr grün, weniger Verkehr, noch nettere Einheimische… weniger Taxis aber dafür Pferdekutschen! 🙂

Hier ist es ja sehr heiss. Heisser als bei es bei Euch angeblich im Moment sei. Auch nachts wird es nicht besonders kühler. Somit kommt jeweils, wenn wir uns Abends auf den Weg zum ausgehen machen, der Standardwitz zum Zuge: „nimmsch de nu äs Jäckli mit, gäll. Hahahahaha.“ Hehe.

Übrigens haben wir hier in Indonesien schon 4 Schweizer getroffen und drei davon kamen auch aus Obwalden! Das ist schon recht witzig.

Armenviertel in Yogyakarta

Armenviertel in Yogyakarta

Burditrägermeisterschaft?

Burditrägermeisterschaft?

Äffli hirten

Äffli hirten

Indonesisch lernen gehört halt auch dazu

Indonesisch lernen gehört halt auch dazu

im Pool in einem Hotel auf Bali

im Pool in einem Hotel auf Bali

Terrassen mit Reisfelder auf Bali

Terrassen mit Reisfelder auf Bali

Eiertransport

Eiertransport

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