Es neige sich dem Ende
10 08 2010höre ich es von den Bäumen zwitschern. Tatsächlich ist heute der drittletzte Tag unserer Reise. Läck bobi, ist das schnell gegangen.
Die letzten zwei Wochen verbrachten wir auf Malaysias Festland und auf der Trauminsel Tioman. Meinen letzten Beitrag habe ich aus Kota Bahru, ganz im Norden an der Ostküste, geschrieben, wo wir uns eine zweitägige Verschnaufpause vom Autofahren gönnten. Anschliessend fuhren wir die Ostküste runter nach Kuantan und dann direkt weiter nach Kuala Lumpur. Wir konnten es kaum erwarten, wieder in einer Gross-Stadt zu sein, wo vermehrt der „Westliche Wind“ pfeifft. Der nördliche Teil von Malaysia ist sehr schön, hat viele Wälder, Bergen etc. aber für Touristen wird noch nicht besonders viel geboten. Und wie ich ja schon geschrieben habe, kommt man sich dort als Frau ohne Kopftuch sehr komisch vor.
Uns hat KL sehr gut gefallen. Dort lebts! Drum blieben wir auch grad zwei Tage dort. Wir gastierten im Stadtteil China-Town, wos einen riesen Nacht-Markt und viele verschiedene Restaurants und Hotels gibt. Dort waren wir endlich mal wieder nicht die einzigen Touris und wir haben es genossen, in einem Strassen-Cafe zu sitzen und „Leute zu schauen“ und dabei ein Bier – Tigerbeer – zu trinken! 🙂
Um uns die Stadt mit all ihren Besonderheiten etwas genauer anzuschauen, haben wir eine Sight-Seeing-Tour mit einem Touri-Bus gemacht. So sahen wir viele Gebäude, Parks und Moscheen, aber am Eindrucksvollsten waren die Petronas-Towers, die höchsten Zwillings-Türme der Welt. Die sind also schon sehr hoch! Leider wars nicht möglich dort hoch zu fahren, aber direkt im Komplex der Towers gabs ein riesiges 6-stöckiges Einkaufs-Center, mit dem waren wir auch ganz zufrieden. Das war auch sehr eindrücklich! Dort fand man praktisch alle internationalen Läden, die man sich vorstellen kann und zu jeder erdenklichen Kleidermarke gabs einen Shop. Und all diese Menschen! Läck bobi!

die Petronas-Tower von unten

Nachtmarkt in China-Town

mmmmmh, Rossfleisch! 🙂
Nach KL ging unsere Reise weiter nach Melakka, die älteste Stadt Malaysias. Diese Stadt ist geschichtlich sehr interessant, da sich dort zuerst die Portugiesen, anschliessend die Holländer und zuletzt die Engländer nieder- /Spuren hinterliessen. An der Architektur der Gebäude ist dieser europäische Einfluss sehr gut zu sehen. Wir sahen zum ersten Mal seit langem wieder mal eine Kirche! Und dass auf einem backsteinernen Gebäude „Stadthuis“ stand, fanden wir auch witzig. Als wir einmal am Abend in einem Restaurant direkt am Fluss assen, kamen wir uns vor wie in Italien, der Ort hatte schon etwas südländisches. Auch sonst hat Melakka seinen Charme. So gabs auch dort einen Nachtmarkt, allerdings wesentlich kleiner als der in KL, doch sogar inkl. Karaoke Bühne. Dort konnte jeder Möchtegern sein nicht vorhandenes Gesangs-Talent in voller Lautstärke dem recht grossen Publikum um die Ohren schleudern. Hmmmm.

die grosse Karaoke-Bühne inkl. Zuschauer in Melakka
Die Stadt haben wir uns dann auch noch von oben angeschaut. Nämlich gibts dort einen Aussichts-Turm, dessen Plattform hoch und runter fährt und man für wenig Geld einsteigen kann und 15 Minuten lang die Aussicht über das schöne Städtchen am Meer geniessen darf.

ein wenig Melakka von oben

Velo-Taxi mit Blumengarnitur
Unsere nächste Station war Johor Bharu, die südlichste Stadt, ziemlich direkt an der Grenze zu Singapur. Dort lieferten wir unser Auto ab, das uns über 2’500km während 13 Tagen hervorragende Dienste geleistet hatte. In Johor Bharu gönnten wir uns ein Zimmer in einem riesen Hotelkomplex, wo es Fittness-Raum, Sauna, Jacuzzi, Swimming-Pool, div. Restaurants etc. hatte. Was wir natürlich auch alles nutzten.
Am letzten Mittwoch fuhren wir dann von Johor Bharu aus mit einem Reisebus ins zweistunden entfernte Mersing an der Ostküste. Das der Reisebus komfortabler war als alle, die ich bisher in Europa, USA und Australien gesehen habe, muss ich unbedingt noch erwähnen und die Tatsache, dass diese zweistündige Fahrt uns umgerechnet Fr. 4.- pro Person gekostet hat, auch. In Mersing konnten wir gleich die nächste Fähre erwischen und „fährten“ so nach Tioman, gemäss Times-Magazin eine der zehn schönsten Inseln der Welt. Und, ja, sie ist sehr schön.

Wir gastierten hier die ersten zwei Tage in der grössten Hotel Anlage der Insel und liessen es uns bei Frühstück-Büffet mit feinem Chörndli-Brot und Znacht-Büffet so riiiichtig gut gehen. Nach zwei Tagen nahmen wir ein Boot-Taxi, weil es sehr wenige Strassen auf der Insel gibt, geschweige denn Autos, und liessen uns an einen anderen Beach kutschieren. Das war vielleicht eine Spritztour!! Wir waren, als wir am Salang Beach ankamen, total nass und haben dann gleich unser nächstes Hotel gesucht, wo wir nun die letzten vier Tage verbrachten.
Auf Tioman hat es an ca. 6, 7 Stränden Dörfchen, die aus Hotels mit kleinen Chalets, kleinen Restaurants, kleinen Shops, kleinen Souvenier-Geschäften und Tauch-Schulen bestehen. Die Einheinmischen leben praktisch alle vom Tourismus und es hat verhältnismässig viele Touristen. Alles ist sehr einfach, aber alle sind sehr freundlich und wir haben wirklich angenehme, relaxende Tage auf der Insel verbracht. Beim Schnorcheln wurde ich zweimal von einem kleinen frechen schwarzen Fisch gebissen, wir haben ein Seepferdchen gesehen, Simons Wanderung zum nahegelegenen einsamen Monkey Beach hatte sich zu einem Adventure-Trip entwickelt, der ihn über Stock und Stein führte, er sich nur an den am ganzen Weg entlangführenden Stromkabeln orientieren konnte und ihm zu guter Letzt auch noch eine drei Meter lange, faustdicke Schlange über den Weg lief. Jaja, es war ganz schön.

Simon am Monkey-Beach

Nun sind wir in Singapur angekommen, der letzten Destination unserer Reise. Hier wollen wir auch noch die Stadt anschauen, und das machen, was man halt in Singapur so macht: Shopping und Sightseeing.
Und am Freitag morgen sind wir schon wieder zu Hause. Hmpf. Mittlerweilen hätte ich mich schon so ans Reisen gewöhnt, dass ich glatt noch weiter könnte, aber mein leeres Bankkonto und meine Mutter sind anderer Meinung. 🙂
Natürlich freue ich mich sehr, alle meine Leute wieder zu sehen, aber dennoch ist es unglaublich, dass meine Reise schon wieder vorbei ist. Habe ich doch so lange daraufhin gefiebert, konnte kaum erwarten bis es endlich losgeht. Dann gings los, und ganz ehrlich gesagt, als ich am 2. März in Zürich ins Flugzeug eingestiegen bin, wäre ich am Liebsten wieder umgekehrt. 😉 Ich musste mich am Anfang schon ans Reise-Leben gewöhnen, aber rückblickend finde ich, dass ich es gar nicht so schlecht gemacht habe. Ich habe so viele verschiedene Orte, Plätze, Stätten gesehen, Leute kennen gelernt, Reisende getroffen, Verwandte besucht, Zufälle erlebt und hatte sicher auch ein paar Mal grosses Glück. Ich bin froh, dass ich gesund und mit einem grossen Rucksack voller Eindrücke und Erfahrungen (und bestimmt 3000 Fotos) heimkehren kann und eeeeendlich meinen jüngsten Neffen kennen lernen kann! 😉 (und natürlich auch alle anderen Nichten und Neffen wiedersehe, die ja schon soooo groooss geworden sind!).
Am Ende meines letzten Beitrages, bedanke ich mich herzlich für alle Kommentare und E-Mails, die ich während den letzten 5,5 Monaten von Euch erhalten habe. Ich habe mich immer sehr gefreut, etwas aus der Heimat zu hören, so war ich doch noch ein Stück weit zu Hause.
Ich freue mich auf Älplermagronä, sälber chochä, Lindt Schoggi, Bratwurscht, Senf, Orangen Jus, Zopf vom Anni, Omelettä vom Mutti, Fondue, Tischgrill, Wasser vom Hahnä, Toilettenpapier ohne Grenzen, Gorgonzola Käse, alle anderen Käse-Sorten, Brot, Brot, Brot, Uifschnitt, Latte Macchiato, Zweifel Pommes-Chips und am Liäbschtä grad alles Midänand! Hehe
Bis bald
Annelis (mittlerweilen wieder Tschau-Sepp-Champion, nach langer Durststrecke) und Simon (Schlangen-König und momentan TS-Zweiter)
Kategorien : Südostasien










































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