Letzte Australien Tage

11 06 2010

Die letzten Tage (meine letzten überhaupt) in Australien habe ich vorwiegend in Adelaide im Süden unten verbracht. Jedoch, weil in Australien ja alles umgekehrt als bei uns ist, wars im Süden recht kalt. So kalt, dass ich mir am ersten Tag ein anständiges (sprich Stadt-taugliches) Jäckli kaufen musste. Für unsereins nord-europäischer Abstammung wars recht lustig, zu beobachten, wie die Leute sich dort in ihrem sogenannten „Winter“ kleiden. Man sieht da wirklich alles: Von T-Shirt und Flip-Flops bis Winterjacke mit Schal und Kappe (direkt nebeneinander versteht sich). Wer jetzt hören will, welche Temperaturen wir denn hatten: ich weiss es nicht. Warscheindlich so um die 15 Grad oder so.

In Adelaide habe ich in einem gemütlichen Hostel gewohnt, wo ich ein paar gspässige Sachen erlebt habe (die ich hier jetzt aber absichtlich nicht ausführlich beschreibe, muss ja dann auch noch etwas zum erzählen haben). Nebst diesen gspässigen Sachen habe ich auch noch ein paar nette Frauen kennen gelernt, mit denen ich mich während meinem 5-tägigen Aufenthalt gut unterhalten habe. In der City selber gabs ein paar nette Plätze zu sehen. So waren zum Beispiel alle Museen gratis. Ich war im Southern Australian Museum, im Migrations Museum und im Kunst-Museum. War alles ganz nett. Nett war auch die Rundle Mall und die Rundle Street, wos tonnenweise Läden hatte zum Shoppen. Und am Sonntag einen Märt mit vielen selber gemachten Sachen. (Natürlich habe ich nichts gekauft, habe ja schliesslich eine Schwester, die schon alles selber näht.) Die Stadt an sich hat einen recht europäischen Charakter, und auch die Gegend darum herum hat mich sehr an – na? – die Schweiz erinnert. Nein, glaubt nicht, dass mich das Heimweh plagt und ich überall vertraute Orte zu sehen glaube, nein, es ist wirklich so.

Am Donnerstag zum Beispiel habe ich mit einer Deutschen, die ich im Hostel kennen gelernt habe, eine Wein-Degustations-Tour ins Barossa Valley gemacht. Der Weinkenner weiss nun wovon ich spreche: Barossa Valley ist weltberühmt und das grösste Weingebiet Australiens. Man kann Touren buchen, bei denen man mit einem Bus zu diversen Wein-Gütern gebracht wird und dort Weine degustieren kann.

Und hier noch eine gratis Geschichts-Lektion: Der Süden von Australien wurde in der Mitte des 19. Jh vor allem von Deutschen Lutheranern besiedelt (oder besudelt 😉 …) die aus Deutschland geflüchtet sind, weil der damalige deutsche Kaiser die Lutheraner nicht mochte und sie dazu aufforderte, sich mit einer anderen Glaubensgemeinschaft zusammen zu tun. So kam es, dass im Süden viele Ortschaften deutsche Namen hatten, die jedoch praktisch alle während den Weltkriegen umbenannt wurden, in mehr australisch klingende. Nur ein Dorf hat seinen ursprünglichen Namen nach dem Krieg wieder angenommen: Hahndorf. (Läck, ich könnte hier noch so viel schreiben, über dieses Dorf und so, aber das interessiert euch ja doch nicht. (Und falls doch, werde ich euch dass gerne mal erzählen.) Eins noch: Man findet um Adelaide herum praktisch nur Lutheranische Kirchen.

Jedenfalls äbä, im Barossa Valley hat mich die Landschaft sehr an die Schweiz erinnert, wegen den vielen gründen Wiesen, den Kühen auf der Weide, den Bergen (oke, es waren gutgemeinte Hügeli) und halt der ländlichen Gegend. Und es hatte viele Bäume und Heu- und Silo-Ballen (ich hoffe, liebe Familie, diese Frage ist nun damit geklärt und ihr könnt wieder ruhig schlafen.). Während unserer Wein-Tour konnten wir nicht nur riesige Rebberge bestaunen sondern auch einen Baum besichtigen, in dem im 19. Jh. eine Familie 5 Jahre lang gewohnt hat, das weltgrösste Schaukel-Pferd neben einer Holzspielzeug-Fabrik (ja, ich habe an meine Gotten-Meiteli gedacht) besteigen und auch noch eine Früchte-Trocknerei besichtigen (oder ämel den Fabrikladen).

Besagter Baum. "the Herbigs Family Tree"

Besagter Baum. "the Herbigs Family Tree"

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The wolds biggest rocking horse. (ich konnte leider nur auf dem kleinen reiten...)

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die gefallen euch wohl besser als die Schlange, oder?

Übrigens hat meine Begleiterin über unseren Wein-Auflug einen Beitrag für ein deutsch-australisches Radio gemacht. Sobald dieser Beitrag geschaltet wird und im Internet abrufbar ist, werde ich selbstverständlich den Link hier posten.

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zwei möche-gern Weinkennerinnen bei Versuch ein einigermassen ernsthaftes Foto für die Radio-Homepage zu machen.

Ausserdem habe ich am Freitag noch die Meer-Seite gesehen, Adelaide selber liegt ja nicht direkt am Meer. So war ich in Victor Harbor und bin dem Murray River entlang gefahren. Und im bereits erwähnten Hahndorf war ich natürlich auch.

Am Sonntag Abend gings dann weiter mit dem Zug nach Perth. Allerdings nicht mit irgendeinem Zug, sondern mit dem Stolz der Australier: mit dem Indian Pacific. Dieser verkehrt quer über den ganzen Kontinent von Sydney nach Perth und ist bekannt für die längste gerade Zugstrecke der Welt, die durch die Nullarbor-Wüste führt. Langweilig wars mir während dieser 40stündigen Reise nicht, weil eine Engländerin, die ich im Hostel in Adelaide getroffen habe, auch mit im Zug war. Es war ja sooo gemütlich. Den ganzen Tag nur faulenzen und lesen und nichts machen, hach, bis man nicht mehr weiss, wie man noch sitzen soll… 🙂 Der Zug hat unterwegs auch zweimal Halt gemacht, damit man frische Luft schnappen und die Füsse vertreten konnte. In Cook war der erste Halt. Diese Ortschaft ist mitten in der Nullarbor-Wüste, irgendwo im nirgendwo. (Nullarbor bedeutet übrigens „null Bäume“ und dem ist wirklich so, so weit das Auge reicht…) In Cook konnte man lesen, dass die Ortschaft 4 Einwohner, 6 Hühner, 3 Ziegen und 3 Mio. Fliegen hat. 🙂 Der zweite Halt war in Kalgoorlie, das an dem Ort gebaut wurde, wo zwei glückliche Gold-Gräber Ende 19. Jh. per Zufall auf Gold gestossen sind (und somit den Goldrausch im Westen ausgelöst haben).

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zwei Pijama-Tanten irgenwo im nirgendwo

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In Cook im Souvenier-Shop gesehen

Am Dienstag und Mittwoch war ich also noch in Perth, im Westen Australiens. Halt auch eine Stadt wie so viele andere auch. Dort war ich im Perth-Mint, die erste Gold-Münzerei im Westen Australiens, die während dem grossen Gold-Rausch um die vorletzte Jahrhundertwende eine grosse Rolle gespielt hat. Dort konnte man einen echten Goldbarren heben (der leider gesichert war), viele goldige Münzen anschauen und zusehen, wie so ein Goldbarren hergestellt wird. Perth liegt auch nicht am Meer, sondern am Swan-River, der aber zum Meer führt. Am Mittwoch bin ich dann (sozusagen als schöner Abschluss meines Australien-Aufenthalts) mit einem Schiff dem Swan-River entlang nach Fremantle, dem nächsten Städtli direkt am Meer, geschifft. Gemütlich wars und ich hatte eine schöne Aussicht. In Fremantle hoffte ich eigentlich, einen Sonnenuntergang direkt über dem Meer zu ergattern, leider waren mir da aber die Hafen-Giraffen im Weg.

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Blick zurück auf Perth vom Schiff aus

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am Swan River (übrigens hats in diesem River fast 20 Delphine)

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besagter Sonnenuntergang hinter den Hafen-Giraffen.

Am Donnerstag hiess es dann: Adios Aussies, Thailand ich komme. *Freu*

Ja soooo, nun, möchte ich noch ein kurzes Fazit über meine 2monate Australien abgeben:

Es hat mir gefallen, ja, aaaaber, zwei Monate waren jetzt genug. Klar, zum „nur“ Australien ansehen, sind zwei Monate natürlich recht wenig, aber da ich ja auf Weltreise bin, und ja vom Weiterreise-Fieber geplagt bin, ist es wirklich Zeit, mich wieder mal an eine neue Währung zu gewöhnen. Australien war schön. Aber ich muss sagen, die Ostküste hätte ich (bis auf Sydney und das Tauchen am Great Barrier Reef) auch auslassen können. Weil das, was ich mir von diesem Land erhofft habe, habe ich erst im Outback gefunden. Nichtsdestotrotz, ich habs genossen. Die Aussies sind lustige Leute, mit einem speziellen Humor (bei dem ich wegen den speziellen Dialekten häufig gar nicht, oder erst später, nachgekommen bin). Und sie haben gutes Bier (allerdings hat mir kürzlich jemand erklärt, dass meine Favoriten die typischen Frauen-Biere seien… jänusode). Ich habe gemerkt, dass sie furchtbar schlechte Filme und TV-Serien machen, mit so grottenschlechten Schauspielern und furchtbar unpassender Filmmusik! (Mir läufts jedes mal kalt den Rücken runter, wenn ich nur schon dran denke, wuaaaaa.)

Ich habe einiges über das Land gelernt, über die Geschichte vor der Besiedlung der Europäer und auch von der Geschichte nachher und diverse schwarze Kapitel davon. Es war schön, endlich diese Gegend zu sehen, über die ich schon so viel gelesen habe und bin stolz, diese Reise unverletzt, nicht bankrott (noch nicht…) und unbeschadet hinter mich gebracht zu haben. (Ich hoffe ja schwer, dass ich das in zwei Monaten auch wieder schreiben kann…)

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Heute bin ich in Thailand angekommen, auf der Insel Phuket, wo ich es mir die nächsten zwei Wochen so richtig gut gehen lassen werde.