von Lombok nach Flores
17 07 2010Hawaii? Naja. Phuket? Hmm. Bali? Oke. Lombok? Wooow!
Wir sind praktisch verliebt in eine Insel! 🙂 Gleich nach unserer Ankunft mit der Schnellfähre von Bali sind wir mit einem Taxi zum Touristen-Hauptort Sengigi gefahren. Auf dieser 20minütigen Fahrt haben wir nur so gestaunt über die grünen Reisfelder, die Küsten, die Strände, die Aussicht aufs Meer, über einfach alles. Zwischendurch mussen wir den Mund vor lauter Staunen wieder schliessen.
Wir logierten in einem kleinen aber feinen Hotel in Sengigi mit sehr netten Angestellten. Wir waren fünf Tage dort und haben u. a. mit dem Roller die Insel entdeckt und einmal wurden wir auch einen Tag lang von einem Hotelangestellten auf der Insel rumgeführt und bekamen so wahnsinnig Interessante Einblicke in das Leben der Einheimischen.
Lombok wird die „kleine Schwester von Bali“ genannt. Aber unserer Meinung nach hat sie viel mehr zu bieten. Die Einheimischen leben noch in den kleinen Hütten mit Lehmboden, geflochtenen Wänden und Strohdach. Sie führen ihre eine Kuh pro Familie spazieren, es laufen wahnsinnig viele wilde Hühner und Hunde rum, viele halten ein paar Ziegen und die Menschen sind ja soooo unglaublich freundlich! Es hatte wirklich wenig andere Touristen dort und immer wenn uns die Einheimischen zum Beispiel auf dem Roller gesehen haben, strahlten die uns jeweils an (mich jedenfalls, Simon meinte, die würden mich einfach nur auslachen…) Jedenfalls, und das wurde uns auch von den Hotelangestellten bestätigt, haben die Einheimischen einen sehr fröhlichen und aufgestellten Charakter.
Auf unserer Entdeckungsreise über die Insel, waren wir in einer Holzschnitzerei, einer Töpferei, einem Weberei-Dorf, einer Batik-Malerei und einem original Lombok-Dorf. Die Arbeiten wurden übrigens nur von den sehr begabten Frauen verrichtet, die Männer sind dort nur zuständig für den Verkauf der Produkte. Jede Frau erlernt ihre Handarbeit von ihrer Mutter und Grossmutter, sie wird also in die Zunft „reingeboren“ und gibt sie später ihren Töchtern weiter. Eine Frau ist dort nur heiratsfähig, wenn sie eine Handarbeit beherrscht. Männer, die eine dieser Handarbeiten erlernen, gelten als zeugungsunfähig und können nicht heiraten.
Die hergestellten Produkte sind sehr schön und wir konnten uns nicht davon abhalten, praktisch überall ein paar Souveniers zu kaufen. Ich konnte mich übrigens auch noch in einen solchen Web-Rahmen einspannen lassen (da wird man wirklich eingespannt, sonst funktioniert das ganze Gerät nicht) und konnte unter der Anleitung einer Weberin und unter den Augen von mind. 4 Frauen und 6 Kindern eine Linie weben. Folglich bin ich jetzt ja heiratsfähig. Glück gha! 😉
Mit dem Roller sind wir auch wieder mal durch einen Affen-Wald gefahren (Affen sind ja schon seeeeeehr freche Tiere). Wir fuhren durch das Hinterland, durch Dörfer wo wirklich weit und breit keine Touristen waren und somit total authentisch waren. Das war für uns auch das spezielle an der Insel: Man kann zwar in Hotels mit dem üblichen Standard (sprich: mit westlichen Toiletten) wohnen, aber man muss nicht weit fahren, um das „echte“ Landleben zu sehen. So sahen wir viele Leute bei der Arbeit auf den Reisfeldern oder der Soyaernte. Auf Lombok wird auch der Wasser-Spinat häufig angebaut und ist oft auf den Speise-Karten zu finden.
Wir hatten zwar immer sehr gutes Wetter, wurden allerdings während einer Roller-Fahrt von einem sehr starken einstündigen Regenschauer überrascht und mussten in einem kleinen Unterstand mit ein paar Einheimischen warten, bis der Regen wieder vorüber war. Zwei Kilometer weiter hatte es keinen Tropfen geregnet.

Handgefertigte Holzprodukte mit typischen Lombok Verzierungen

Batik-Bild in der Herstellung

Ich in der Weber-Lehre

Wir in original Lombok-Tracht mit Sarongs, die Vorort hergestellt wurden

Simons neuestes Leibgericht: Wasserspinat.

typische Lombok Kuh. Sieht aus wie eine Kreuzung zwischen Geiss und Kuh, mit weissem Füdli.

Simon mit seinen neuen Freunden. Er wurde grad als Fussball- und oder Baseballtrainer dort behalten. (Zugegeben, ich musste noch etwas weniges dafür bezahlen, damit sie ihn behalten haben.)

Soya-Transport

Regenpfütze die entstand, als wir uns in einem Unterstand vor dem Regenschauer versteckt haben
Abenteuerliche Boots-Tour
Ist man auf einer Reise, sucht man ja auch das Abenteuer. Und wo könnte man dies im Land mit den meisten Inseln sonst suchen, als auf dem Meer. Folglich haben wir letzte Woche während 4 Tagen (3 Nächte) eine Boots-Tour von Lombok nach Flores gemacht. Diese Tour war schon eine spezielle Erfahrung. Wir waren 18 Passagiere aus dem Welschland, Deutschland, Holland, Schottland, Dänemark und Californien. Bis auf drei junge Frauen waren alle Päärchen. Es waren auch 5 Crew-Mitglieder auf dem Boot, die noch weniger Platz zum schlafen und sich bewegen hatten, als wir. Wir haben uns auf dem Oberdeck in einem Massenlager zum Schlafen zusammen gepfercht, meistens jedoch hat man sich auf dem Unterdeck rumgetrieben um zu sünnelen, zu lesen, zu reden, zu essen oder zu dösen. Eigentlich waren es eine sehr erholsame Fahrt, jedoch lernten wir zu verzichten. Auf Privatsphäre, Platz, Hygiene, sauberes Geschirr, Ruhe während der Fahrt (der Motor war wahnsinnig laut), während zwei Nächten auf Schlaf (wenn wir während der Nacht fuhren -> lauter Motor) und vorallem auf ein anständiges WC. Dieses war nämlich nur ein einquadratmeter grosses Kämmerli, mit einem Loch im Boden, durch das man direkt ins Meer sehen konnte und man sich eine gute Taktik zum Treffen überlegen musste, wenn mans sich nicht den ganzen Tag „verheben“ wollte. Und: man wurde von einer ekligen Kakerlake beim „Geschäfte machen“ beobachtet. Wie ihr wohl merkt, es war nicht so angenehm und wir alle vermieden den Besuch dieses Örtchen so lange wies nur ging.
Die zweite Nacht war wirklich ein Abenteuer, weil wir eben die ganze Nacht durch gefahren sind und es sehr fest gewindet hat, folglich hatte unser Klapperschiff mit grossen Wellen zu kämpfen. Unser vertrauen an die Sicherheit des Schiffes und in die Fähigkeiten der Matrosen hat sich recht schnell verflüchtigt, als wir entweder krampfhaft versucht haben, sich in den Schlaf schütteln zu lassen (was fast unmöglich war, weil: lauter Motor) oder man wie Simon, zwei Crew-Mitglieder beobachten musste, die eine sich verselbständigte Blache versuchten wieder am Masten zu befestigen. Ohne Licht. Und es war ja sowas von stockdunkel, ohne Mondlicht und nichts. Diese Nacht war wirklich der Horror und am nächsten Morgen teilten wir alle unseren schlimmsten Befürchtungen und Eindrücke, die wir während einer schlaflosen Nacht erlebt haben, miteinander. Weil, wir hatten ja weder eine seriöse Sicherheitseinführung, noch einen Leader, der einigermassen gut Englisch konnte, noch wusste keiner von uns, wo denn eigentlich Sicherheitswesten wären, resp. ob es überhaupt hat. Glücklicherweise haben wirs ja überlebt. (Ob ich allerdings wiedermal so eine lange Boots-Tour machen will, sei mal so dahin gestellt….)
Natürlich haben wir auch kuule Sachen erlebt. So haben wir ein paar Inseln unterwegs besichtigt, wo wir in einem Wasserfall duschten , in einem Salz-See schwammen, einen Berg mit einer wahnsinns Aussicht auf das Meer und die umliegenden Inseln besgtiegen und zum Schluss die eigentliche Attraktion des östlichen Indonesiens: die Komodo-Drachen anschauen. Diese werden auch Warrane genannt und sehen eigentlich weniger wie Drachen aus, eher wie Riesen-Eidechsen. Sie gelten als einzigen noch lebenden direkten Nachkommen der Dinosaurier. Wir waren auf zwei Inseln, wos jeweils einen National-Park mit freilaufenden Warranen, Büffel, Hirsche, Wildschweinen, Affen etc. hatte und wir haben auch alle diese Tiere gesehen. Ich war auch noch Zeuge einer eher seltenen Darbietung: Zwei Warrane beim Kämpfen! Das war der wahnsinn. Leider hatte ich ausgerechnet dann keinen Fotoapparat dabei…
Am Donnerstag sind wir dann mit dem Boot in Labuan Bajo auf der Insel Flores angekommen. Weil wir hier nun bemerkt haben, dass es schwieriger ist, auf der Insel herumzureisen, als uns gesagt wurde, haben wir entschieden die nächsten vier Tage hier relaxed anzugehen, in einem Luxus-Hotel zu logieren und uns auf unsere Malaysia-Reise vorzubereiten. Natürlich wollen wir mit Tagestouren schon noch was von der Insel sehen. Vergeben sind wir ja schon nicht hier.
Falls es jemanden interessieren sollte, obs uns denn nie langweilig wird, den muss ich enttäuschen. Nein. Weil, wir sind ja fast süchtig nach unserem lieblings Karten-Spiel, „Tschau Sepp“. (Falls sich jetzt noch jemand fragen sollte, wer denn schon seit längerem in deutlicher Führung liegt: selbstverständlich ich.) 🙂

Aussicht vom Berg auf der Insel Gili Laba

Ein Komodo-Dragon, oder auch Warran genannt

Unser Nachtlager auf dem Oberdeck

Kategorien : Südostasien
Neueste Kommentare