Malaysia, Malaysia

28 07 2010

In Malaysia ist einiges ganz anders.

Zwar mussten wir zum Glück nicht schon wieder eine neue Sprache erlernen, weil sowohl in Indonesien wie auch hier wird Bahasa gesprochen, einfach mit kleinen Dialektunterschieden. Somit können wir uns auch hier weiterhin mit unseren Sprachkenntnissen durchschlagen (dass sich diese auf „Terima Khasi“ beschränken, was „Vielen Dank“ bedeutet, muss ich nicht unbedingt erwähnen.) 🙂
Glücklicherweise kommt man überall mit Englisch recht gut durch, allerdings hier noch besser als in Indonesien (in Indonesien galt scheinbar das Gesetz, wenn der Indonesier etwas nicht verstehen will, versteht er es nicht, auch wenn er es verstehen würde).

Aber zurück zu den Unterschieden.
Dass in Malaysia 53% der Einwohner zum Islam gehören, haben wir bevor wir hierher kamen nur so kurz im Reiseführer überflogen und dachten uns jaja, so schlimm wirds wohl nicht sein, ist ja doch nur die Hälfte.
Hmpf.
Meine neue Definition vom Islam ist: Ich werde mit Blicken durchlöchert. Und wir müssen elendlich verdursten.

Wie mir Simon erzählt hat, sind in Europa im Moment Diskussionen über Burka-Verbote im Gange. Ich meinerseits bin ja froh, dass die hier keine Burka-Pflicht haben. Weil bei der Hitze (30-40Grad) so einen dicken schwarzen Ganz-Körperschleier zu tragen…. ich glaube, ich würde verschmelzen.
Und die trinken ja auch alle keinen Alkohol… Im Moment könnte man schon fast meinen, wir seien Alkis, weil wir seit zwei Tagen ständig auf der Suche sind nach einem Bier… Was löscht den Durst besser als ein eiskaltes Bier an so einem schwülheissen Tag? Äbä.

Wenn ich schon am Jammern bin, dann noch dies: In Indonesien haben wir seeeehr viel Reis und Nüdeli gegessen. Zu viel. Vorallem auf unserer super Boots-Tour, da haben wir so richtig genug davon bekommen. Seither vermeiden wir diese typischen hiesigen Gerichte (z.b. Nasi und Mie Goreng) wenn möglich.

Nun ist es ja so, dass in Malaysia einige Millionen Chinesen leben. Jeder Zweite von denen führt ein Restaurant (und der andere ein Lebensmittelgeschäft). Die chinesischen Restaurants sind also praktisch die einzigen, die man wirklich überall findet. Der Kenner weiss, zu chinesischem Essen isst man Reis, und der aufmerksame Leser merkt nun, dass wir nun oft auch auf der Suche nach einem nicht-chinesischem Restaurant sind. Nicht nur der Reis und die Nüdeli lassen mich davonlaufen, auch hatte ich bisher jeweils das Gefühl, wenn ich einen Teller mit chinesischem Essen vor mir hatte (mit Fisch, Chicken oder was auch immer), das sei Hund oder Katz. Und solche Gedanken verderben mir den Appetitt (die vielen wilden Katzen mit den verstummelten Schwänzen, die überall rumstreunen, machen das Ganze auch nicht besser).
Glücklicherweise findet man hier in Malaysia in jedem Kaff mindestens einen KFC (Kentucky Fried Chicken). Und in jedem grösseren Ort einen McDonalds. Und in jedem grösseren Einkaufscentrum einen Starbucks. Und Glücklicherweise zeigt uns das gute GPS-Navi auch jeweils treuherzig den kürzesten Weg dorthin. 🙂

So, fertig gejammert, nun noch zu unserer bisherigen Entdeckungs-Tour durch malaisches Territorium.

Gestartet sind wir in Kuala Lumpur (im Volks-Släng spricht man nur von KL), wo wir unser ganzes Zeug in einen schönen Mietwagen (Ford Focus) geworfen haben und mir das Navi sogleich die undankbare Aufgabe des Kartenlesens abgenommen hat. Es hat uns gut und sicher durch the big city KL geführt (wir konnten sogar noch ein paar Blicke auf die weltgrössten Zwillingstürme, Petronas-Towers, werfen und sind dann grad oberhalb der Stadt eine Hindu-Schreine anschauen gegangen. Die heisst „Batu Caves“ und ist eine grosse goldige Statue, direkt vor dem grössten auf asiatischem Boden stehenden Kalkfelsen. Man konnte auch die vielen Treppenstufen hochlaufen und in den Felsen reingehen, dort wimmelte es nur so von kleinen Äffli, die sämtlichen Abfall durchschnoisen und wahnsinnig frech sind.

Wir fuhren weiter richtung Norden, in die Berge. Cameron Highlands hiess unser Ziel und wir hatten fast einen Kälte-Schock, weil 20Grad, sowas kennen wir ja schon fast nicht mehr. Dieses feuchte, kühle Klima ist jedoch gut für Plantagen welcher Art auch immer. Dort sieht man deshalb riesige Flächen mit allerlei Gemüse, Erdbeeri und Tee. Wir konnten es natürlich nicht lassen und pflückten in einer dieser Erdbeeri-Plantagen ein paar rote Früchtchen. Wie es in Asien halt ist, gabs natürlich an jeder Ecke einen Souvenier-Shop, wo man allen Seich mit Erdbeeri drauf kaufen konnte. Auch fuhren wir dort auf den höchsten mit dem Auto zu befahrenden Berg Malaysias, aber Aussicht würde ich dem nicht sagen, was man von dort aus gesehen hat, ich habe eigentlich nur Wald gesehen. (N.b.: die Wälder bestehen hier aus Mangroven-Bäumen.)

Wir flüchteten mit unserem gutklimatisierten Auto wieder in die Wärme, ans Meer natürlich und fuhren auf die Insel Penang. Diese Insel ist vom Festland aus über eine 13,5km lange Autobahnbrücke zu erreichen (eine der längsten Brücken der Welt). Dort wars ganz schön, wir logierten in einem Hotel am bekanntesten Beach und schlugen uns im Hard Rock Cafe die Bäuche voll (das war grad ächli ein Festschmaus!!). Wir fuhren auch mit unserem Schlitten über die ganze Insel und besichtigten so den „Tropical Spice Garden“, die „Tropical Fruit Farm“ und einen schönen auffälligen Hindu Tempel, wo wir auch gleich gesegnet wurden.

Wir fuhren anschliessend weiter in den Norden und wollten eigentlich noch auf eine andere Insel rüber“fähren“, aber leider hätten wir unser Auto nicht mitnehmen können und so haben wir ganz amerikanisch entschieden: Ohne Auto gehen wir nirgendwo hin.

Deshalb fuhren wir von der Westküste quer durchs Land an die Ostküste und sind nun in Kota Bharu, der Kulturellen-Hauptstadt Malaysias, und logieren am „Pantai Cinta Berahi“, zu deutsch: Strand der leidenschaftlichen Liebe. 🙂

In diesem Teil des Landes werden zwar praktisch keine Burkas mehr getragen, dafür tragen alle alle alle Frauen ein Kopftuch. A L L E ! (Anm. Simon: Alle ausser Annelis und Chinesinnen, da gibts dann auch noch einige).
Und man kann diese Kopftücher auch an allen Märt-Ständen kaufen. (Glaubt mir, ich war schon ein paar Mal kurz davor, so ein lustiges Ding zu kaufen, am liebsten in pink mit ganz vielen glitzernden Steinchen dran.)
Ich finde ja, dass diese Kopftücher für die meist pfuisibäggli runden Frauenköpfe nicht gerade vorteilhaft sind. Eine lustige Frisur würde da viel eher passen. Aber mich fragt ja keiner.

Wie dem auch sei, für uns gilt weiterhin: Malaysiaaa, Malaysiaaa, wenn chemmer endlich wieder äs Biär go haa?
😉

Batu Cave, nördlich von KL

Batu Cave, nördlich von KL

im Erdbeeri-Paradies

im Erdbeeri-Paradies

die Teeplantagen erstrecken sich wie ein grüner Teppich über die Cameron Highlands (Zitat aus dem Reiseführer)

die Teeplantagen erstrecken sich wie ein grüner Teppich über die Cameron Highlands (Zitat aus dem Reiseführer)

Hindu-Tempel auf Penang

Hindu-Tempel auf Penang